Archive for the ‘Teilzeit’ Category

Teilzeitwunsch durchsetzen – 7 Tage am Stück frei

Freitag, Juni 5th, 2015

Zugegeben, der Fall spielt bei der Lufthansa CityLine und nach einer vorhanden Betriebsvereinbarung konnte ein Teilzeitwunsch bis zu einer Reduzierung auf 75% der Arbeitszeit durchgesetzt werden. Ein Pilot wollte mit seinem Teilzeitantrag eine Verringerung „auf 76, 99 % der regelmäßigen Vollarbeitszeit durch Freistellung an den jeweils letzten sieben Tagen eines Monats“ durchsetzen. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) gab ihm recht. (mehr …)

Urlaub bei Wechsel in Teilzeit

Samstag, Februar 14th, 2015

Kann ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer vor seinem Wechsel in eine Teilzeittätigkeit mit weniger Wochenarbeitstagen Urlaub nicht nehmen, darf nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH) die Zahl der Tage des bezahlten Jahresurlaubs wegen des Übergangs in eine Teilzeitbeschäftigung nicht verhältnismäßig gekürzt werden. (mehr …)

Teilzeitanspruch besteht auch bei Entleihe

Mittwoch, November 14th, 2012

Wer mit seinem Arbeitgeber eine Teilzeitregelung vereinbaren will, kann dies auch, wenn zwischenzeitlich eine Entleihe an einen Personaldienstleister erfolgt. Wie das Bundesarbeitsgericht (BAG) mit Urteil vom 13. Nov. 2012 ausführt, berechtigt ein Überlassungsvertrag nicht, die Teilzeitregelung zu verweigern (Az.: 9 AZR 259/11). In dem Fall ist der Kläger bereits seit 1995 in einem Luftfahrtunternehmen mit einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 18 Wochenstunden beschäftigt. Zu seinen Tätigkeiten gehören neben dem Betreuungsdienst, dem der Kläger zugeordnet ist, eine Vielzahl anderer Tätigkeiten. 2008 übertrug die Beklagte ihren Betreuungsdienst auf einen Dienstleistungsanbieter und überließ diesem ua. den Kläger auf der Grundlage eines Arbeitnehmerüberlassungsvertrags. Später verpflichtete sich die Beklagte gegenüber (mehr …)

Keine Sperrfrist bei abweichendem Vertrag

Dienstag, Januar 10th, 2012

Wird einem Arbeitnehmer ein schriftlicher Arbeitsvertrag vorgelegt, der von den mündlichen Absprachen abweicht, kann – bei einer anschließenden Kündigung – Arbeitslosengeld verlangt werden. Das hat jetzt das Sozialgericht Heilbronn in einem Fall entschieden (vom 29. Oktober 2011 – S 7 AL 4100/08), bei dem ein Arbeitnehmer sich geweigert hatte, einen Arbeitsvertrag mit neuen Arbeitszeiten zu unterschreiben. Aus seiner Sicht war dieser für ihn deshalb ungünstig, da der Vertrag (nach seinem subjektiven Verständnis) eine generelle Verpflichtung zur Arbeit an allen Tagen zum Inhalt hatte. Diese Verpflichtung wollte er nicht eingehen. Er wurde also nicht gekündigt, weil er die generelle Arbeitsbereitschaft verneinte, sondern weil er sich weigerte, eine aus seiner Sicht generelle Verpflichtung dazu einzugehen, so das Gericht. Die Sperrzeit von 12 Wochen, die die Arbeitsagentur verhängt hatte, war also nicht rechtmäßig. Da die Arbeitgeberkündigung auch allein auf diese Weigerung gestützt war, musste das Gericht weitere Aufklärungen nicht vornehmen.

Verfasser: Fachanwalt für Arbeitsrecht Wolfgang Steen, Hamburg
www.kuendigung-abfindung-hamburg.de

Teilzeitanspruch per Einstweiliger Verfügung

Sonntag, Januar 8th, 2012

Eine Änderungsschneiderin wollte nach der Geburt ihres Kindes ihre Arbeitszeit reduzieren von 38 Stunden/Woche auf 22 Stunden und 50 Minuten. Konkret beantragte sie die Verteilung auf dienstags, mittwochs und donnerstags von 9.00 Uhr bis 14.30 Uhr sowie samstags von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Ein Betreuungsplatz für das Kind gab es nur für diese drei Tage, nämlich dienstags, mittwochs und donnerstags und war so von der Kindestagesstätte vorgegeben. Es bestand nur die Wahl zwischen einer dreitägigen und einer fünftägigen Kindertagesstättenbetreuung. Eine Betreuung außerhalb der Kindertagesstätte durch Familienangehörige war nicht möglich, weil diese nicht vor Ort leben. Der Arbeitgeber hatte zwar grundsätzlich nichts gegen Teilzeit, die Verteilung war aus seiner Sicht aber aus organisatorischen Gründen nicht möglich. Um Unfrieden in der Schneiderei über die Verteilung der Vormittagsschichten zu vermeiden, müsse ausnahmslos jede/r im wöchentlichen Wechsel auch die unbeliebte Nachmittagsschicht belegen. Das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein gab der Klägerin dennoch recht (Urteil v. 15.12.2010 – 3 SaGa 14/10) und verpflichtet den Arbeitgeber per Einstweiliger Verfügung, die geänderte Arbeitszeit umzusetzen. Das Gericht warf dem Arbeitgeber vor, kein Organisationskonzept vorgelegt zu haben, das auch andere Arbeitszeitverteilungen möglich machen könnte. Schließlich werde hier die unternehmerische Aufgabenstellung nicht wesentlich durch den Teilzeitwunsch beeinträchtigt.

Verfasser: Fachanwalt für Arbeitsrecht Wolfgang Steen, Hamburg
www.gleichbehandlung-hamburg.de