Urlaub – Widerruf nur aus wichtigem Grund

Der Arbeitgeber kann den einmal bewilligten Urlaub allenfalls in Notfällen widerrufen. Ein personeller Engpass reicht hierfür nicht aus. So entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Köln in einem Streitfall um eine fristlose Kündigung wegen Arbeitsverweigerung. Einer Verkäuferin war ein 14tägiger Urlaub genehmigt worden, den der Chef widerrufen hatte, weil an einem verkaufsoffenen Sonntag zuwenig Personal vorhanden war. Die Verkäuferin nahm ihren Urlaub und erhielt die fristlose Kündigung wegen beharrlicher Arbeitsverweigerung. Das Gericht akzeptierte dies nicht. Ein eigenmächtiger Urlaubsantritt hätte nicht vorgelegen. Auch blieb offen, ob der Urlaub überhaupt unter bestimmten Prämissen (also ohne den Sonntag) bewilligt worden war. Jedenfalls reichte es dem Gericht nicht, eine Arbeitsverweigerung anzunehmen (Urteil v. 27.09.2012).

Fachanwalt für Arbeitsrecht Wolfgang Steen, Hamburg
www.kuendigung-abfindung-hamburg.de

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