Teilzeitanspruch besteht auch bei Entleihe

Wer mit seinem Arbeitgeber eine Teilzeitregelung vereinbaren will, kann dies auch, wenn zwischenzeitlich eine Entleihe an einen Personaldienstleister erfolgt. Wie das Bundesarbeitsgericht (BAG) mit Urteil vom 13. Nov. 2012 ausführt, berechtigt ein Überlassungsvertrag nicht, die Teilzeitregelung zu verweigern (Az.: 9 AZR 259/11). In dem Fall ist der Kläger bereits seit 1995 in einem Luftfahrtunternehmen mit einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 18 Wochenstunden beschäftigt. Zu seinen Tätigkeiten gehören neben dem Betreuungsdienst, dem der Kläger zugeordnet ist, eine Vielzahl anderer Tätigkeiten. 2008 übertrug die Beklagte ihren Betreuungsdienst auf einen Dienstleistungsanbieter und überließ diesem ua. den Kläger auf der Grundlage eines Arbeitnehmerüberlassungsvertrags. Später verpflichtete sich die Beklagte gegenüber dem Entleiher, ausschließlich Arbeitnehmer mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mindestens 18 Stunden zu überlassen. Der Kläger verlangt jetzt von der Beklagten (seinem Arbeitgeber), seine regelmäßige Wochenarbeitszeit auf zehn Stunden zu reduzieren. Das beklagte Luftfahrtunternehmen machte geltend, die Arbeitszeitregelungen des Überlassungsvertrages stünden dem Verringerungsbegehren entgegen. Das Bundesarbeitsgericht folgte diesem nicht und gab dem Kläger recht.

Verfasser: Wolfgang Steen, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Hamburg
www.gleichbehandlung-hamburg.de

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