Ohne Arbeit kein Lohn

Klagt ein Arbeitnehmer Arbeitsvergütung ein, muss er vortragen und – im Bestreitensfall – beweisen, dass er tatsächlich Arbeit verrichtet hat. Es genügt allerdings auch, auf Fakten hinzuweisen, die eine Vergütungspflicht regeln. Ausreichend kann dafür der Vortrag sein, sich zur rechten Zeit am rechten Ort bereitgehalten zu haben, um Arbeitsanweisungen des Arbeitgebers zu befolgen. Auf diesen Vortrag muss dann der Arbeitgeber erwidern, also vortragen, welche Arbeiten er dem Arbeitnehmer zugewiesen hat und ob der Arbeitnehmer den Weisungen nachgekommen ist. Trägt er nichts vor oder lässt er sich nicht ein, gelten die vom Arbeitnehmer vorgetragenen Arbeitsstunden als zugestanden.
In einem Streitfall vor dem Bundesarbeitsgericht (BAG) hatte der Kläger nachvollziehbare Tätigkeitsnachweise erstellt, die sich auch auf die Art der Tätigkeit erstreckten. Diese Nachweise hatte die Firma (ein Bauunternehmen) verlangt, weil der Kläger auf auswärtigen Baustellen in Abwesenheit von Vorgesetzten zu arbeiten hatte. Weil die Arbeiten für zwei konkrete Monate noch nicht nachgewiesen waren, erheilt de Kläger jetzt Gelegenheit, die fehlenden Angaben nachzutragen (Bundesarbeitsgericht Urteil v.  18.04.2012 – 5 AZR 248/11).  Auch solche Ergebnisse können sich im laufenden Gerichtsverfahren einstellen, weil das Landesarbeitsgericht vorschnell den Anspruch abgelehnt hatte.

Verfasser: Fachanwalt für Arbeitsrecht Wolfgang Steen, Hamburg
www.gleichbehandlung-hamburg.de

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