Grober Fehler bei Kündigung durch Arbeitgeber

Wenn der Arbeitgeber kündigt, kann er Fehler machen, ja sogar grobe Fehler. Solche Fehler werden dann natürlich im späteren Kündigungsschutzprozess zum Thema gemacht und führen dazu, dass eine unwirksame Kündigung vorliegt, das Arbeitsgericht also dem klagenden Arbeitnehmer recht gibt. Aktuell zeigen die Fälle, die Beschäftigte in Schlecker Drogerien betreffen, worauf es hier konkret ankommt. Schlecker bzw. der Insolvenzverwalter hat keine vollständige Auskunft über die Vergleicharbeitnehmer gegeben. In einem Fall, der jetzt vom Arbeitsgericht Heilbronn entschieden wurde (wohl die erste Schlecker-Entscheidung), konnte dagegen die Klägerin eine aus ihrer Sicht vergleichbare Arbeitnehmerin aus einer der benachbarten Filialen benennen, welche bei Zugrundelegung des vom Beklagten behaupteten Punkteschemas weit weniger Sozialpunkte aufweist, nämlich 50 statt 61. Insofern konnte die Klägerin auch argumentieren, dass eine „grobe Fehlerhaftigkeit der Sozialauswahl“ vorliegt. Das sah das Gericht genauso (Arbeitsgericht Heilbronn, Urteil vom 21. Juli 2012 – 8 Ca 71/12).

Verfasser: Fachanwalt für Arbeitsrecht Wolfgang Steen, Hamburg
www.kuendigung-abfindung-hamburg.de

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